Sonntag, 20.06.2021 - Hinreise bis nach Utrecht
Montag, 21.06.2021 - Reise nach Leeuwarden, Bootsübernahme, Fahrt nach Franekker
Dienstag, 22.06.2021 - Franekker - Leeuwarden - Burdaard
Mittwoch, 23.06.2021 - Burdaard - Dokkum - Jachthaven Lauwersmeer
Donnerstag, 24.06.2021 - Jachthaven Lauwersmeer - Zoutkamp - Garnwerd - Groningen Ost - Garnwerd
Freitag, 25.06.2021 - Garnwerd - Groningen Centrum
Samstag, 26.06.2021 - Groningen Centrum - Dorkwerdersluis - Burgum
Sonntag, 27.06.2021 - Burgum - De Alde Feanen - Grou - Terherne - Sneeker Meer - Grou - Leeuwarden
Montag, 28.06.2021 - Yachthaven Leeuwaarden - Bootsabgabe - Rückfahrt bis nach Düsseldorf
Dienstag, 29.06.2021 - Rückreise von Düsseldorf
Seit dem Jahr 2005 machen Hampi, Jörg und ich jedes zweite Jahr (immer in den ungeraden Jahren) ein Bootstour. Hier schnell eine Zusammenfassung, wann wir wo waren:
04. bis 11. Juni 2005
Montbéliard - Laissey (Doubs) - Montbéliard mit Nicols (Boot Nicols 1100)
09. bis 16. Juni 2007
Gray - Conflandey (Saône) - Gray mit Connoisseur Cruisers (Boot FB 1325-B)
20. bis 27. Juni 2009
Hesse - Krafft (Canal de la Marne au Rhin) mit Le Boat (Boot Calypso)
11. bis 18. Juni 2011
Châtillon-sur-Loire - Décise (Canal Latéral à la Loire) mit Le Boat (Boot Calypso)
11. bis 17. Mai 2013
Saint-Jean-de-Losne - Fontenoy-le-Château (Saône) mit Le Boat (Boot Calypso)
16. bis 23. Mai 2015
Hesse - St-Nicolas-de-Port (Canal de la Marne au Rhin) mit Le Boat (Boot Calypso)
10. bis 17. Juni 2017
Boofzheim - Hesse (Canal de la Marne au Rhin) mit Le Boat (Boot Calypso)
23. Juni bis 02. Juli 2019
Sneek - Heeg - Stavoren - Workum - Bolsward - Makkum - Bolsward - Wommels - Leeuwarden - Sneek mit Yachtcharter Sneek (Boot Simmer Twirre)
Bei diesem Rhythmus ist dieses Jahr wieder eine Bootstour fällig. Erfreulicherweise ist diesmal auch Christoph mit dabei. So sind wir nun zu Viert (Christoph, Hampi, Jörg und ich). Bei der Suche nach einem passenden Boot mit mindestens vier Schlafkabinen in Nederland sind wir auf die Waterraaf von Yachtcharter Leeuwarden gestossen. Das ist ein fast neues (Betriebsaufnahme Frühjahr 2020) 15-Meter-Boot mit 6 Doppelkabinen, das uns beim Betrachten der Bilder und beim Studieren der Daten begeistern konnte. Jetzt sind wir gespannt, wie uns das gefallen wird. Das Boot, so gross, wuchtig, interessant und neu es ist, hat einen Nachteil: Mit seiner Durchfahrtshöhe von 4.20 Meter ist es zu hoch, um viele der kleineren friesischen Kanäle zu befahren. Wir müssen dem also bei der Routenplanung Rechnung tragen.
Christoph, der die Organisation der Reise übernommen hat, hat folgenden Fahrplan für die Hinreise am Sonntag, 20.06.2021 ausgetüftelt:
Aarau ab 07:37 IR 37
Basel SBB an 08:13
Basel SBB ab 09:13 ICE 200
Frankfurt(M) Flughafen an 12:06
Frankfurt(M) Flughafen ab 13:43 ICE 124
Utrecht Centraal an 17:01
Endlich ist es soweit. Mit je einem negativen Corona-Test auf dem Handy fahren wir los.
Aarau Bahnhof, wir warten auf den IR 37 nach Basel
Im ICE nach Frankfurt Flughafen können wir dem Lokführer über die Schulter schauen
Frankfurt Flughafen, beim Mittagessen im "Paulaner"
In Utrecht checken wir ein im Hotel Hampton by Hilton (unmittelbar beim Bahnhof). Danach spazieren wir zur Oude Gracht, um beim Argentinier zu essen.
Utrecht, Oude Gracht
Utrecht, Nachtessen an der Oude Gracht
Hampton by Hilton, unser Hotel für diese Nacht
Nach der Übernachtung im Hotel Hampton by Hilton begeben wir uns zur Station Utrecht Centraal. Dann geht es mit dem IC (ohne umsteigen) nach Leeuwarden. Im Cafe Wouters (das ist ja schon Standard) nehmen wir ein Mittagessen ein. Um 13:01 fährt unser Bus nach Leeuwarden Witte Mar und dann haben wir noch 300 Meter Fussweg bis zum Yachtcharter Leeuwarden.
Schon um 13:40 (20 Minuten vor der vereinbarten Zeit) begrüsst uns Fritz und führt uns zur Waterraaf, die schon bereit ist.
Auf die Einweisung ins Boot müssen wir noch ein wenig warten. So haben wir etwas Zeit, um uns einzurichten. Wir sind beeindruckt von der Grösse des Bootes. Mit vier Personen an Bord sind die Platzverhältnisse sehr grosszügig. Auch mit dem optischen Zustand des Bootes sind wir sehr zufrieden. Es ist alles sauber und sieht sehr gepflegt aus. Dann kommt Fritz und erklärt uns die wichtigsten Sachen über die Waterraaf. Er hält sich mit der Einweisung aber sehr kurz.
Schon kurz vor 16:00 können wir losfahren. Auch beim Fahren realisieren wir schnell, dass das Boot in einem ausserordentlich guten Zustand ist. Wir fahren erst Richtung Westen bis nach Franeker. Dort ist für heute die einzige Brücke, die für uns geöffnet werden muss. Nach der Passage dieser Brücke fahren wir an die Zuiderkade für die Übernachtung. Nach dem ausgiebigen Einkauf im Poiesz besuchen wir das Restaurant "De Stadsherberg" zum Nachtessen.
Restaurant "De Stadsherberg" an der Noorder Gracht in Franeker
Unser Liegeplatz für diese Nacht in Franeker
Während Christoph beim Liddl Brötchen holt, haben wir Zeit, ein paar Bilder von der Waterraaf zu machen.
Die Waterraaf von vorn
Die Waterraaf von hinten
Waterraaf, Blick ins Zelt mit dem Führerstand
So sieht es vom Fahrersitz her aus
Blick aus dem Zelt nach hinten auf die Terrasse
Blick in den Salon
Inspektion der Küche
Und schliesslich noch der Motor
Von Franeker fahren wir erst einmal zurück auf dem Van Harinxmakanaal nach Leeuwarden.
Auf dem Van Harinxmakanaal
Auf dem Van Harinxmakanaal
Auf dem Van Harinxmakanaal
Auf dem Van Harinxmakanaal
Zug nach Harlingen
Slauerhoffbrug, Eingang nach Leeuwarden
Der schiefe Turm von Leeuwarden
Nieuwestad Kanaal in Leeuwarden
Diesmal wollen wir durch die beiden Stadsgrachten (Wester und Noorder), d.h. mitten durchs Zentrum von Leeuwarden fahren. Wir passieren die ersten vier Brüpcken und machen dann bei der Noorderplantage fest zum brunchen.
Nach dem Brunchen
Am Nachmittag passieren wir die restlichen beiden Brücken in Leeuwarden und dann folgen wir der Dokkumer Ee via Bartlehiem bis nach Burdaard. Nach dem Nachtessen im Restaurant It Posthûs bleiben wir auch für die Nacht in Burdaard.
Auf der Dokkumer Ee
Auf der Dokkumer Ee
Barthlehiem
Unser Liegeplatz für diese Nacht in Burdaard
Wir folgen weiter der Dokkumer Ee nach Dokkum. Ab hier heisst der Kanal Dokkumer Grootdiep. Diesem folgen wir bis zur Willem Loresluis, wo wir zum Niveau vom Lauwersmeer etwa 20 cm abgesenkt werden. Jetzt sind wir im Dokkumer Diep und wenig später erreichen wir das Lauwersmeer.
Wegen des nur geringen Windes ist das Lauwersmeer heute sehr ruhig. Bei der Fahrt nach Lauwersoog sehen wir die R.J. Cleveringsluizen, die bei Ebbe im der Waddenzee zum Ablassen von überschüssigem Wasser jeweils geöffnet werden. Im Moment stehen 8 davon offen. Etwa 20 Minuten später, als wir von Lauwersoog wieder zurückfahren, sind alle 12 Schieber geschlossen. Wir steuern den Jachthafen Lauwersmer an um hier zu übernachten. Leider hat das beste Restaurant in dieser Gegend, das "Het Raadsel van de Wadden" heute Ruhetag. Das einzige, das offen hat, das "De Gouden Stek" ist ausgebucht. So müssen wir auf unseren Überlebenskit (Spaghetti Bolognaise) zurückgreifen. Nach der Zubereitung durch Hampi schmeckt der aber hervorragend.
Wir überqueren das Lauwersmeer und folgen dem süd-östlichen Arm, um dieses via Zoutkamp zu verlassen. Dort kommen wir in einen kleineren Kanal namens Reitdiep, der sich durch die Landschaft schlängelt und am nord-westlichen Stadtrand von Groningen in den Van Starkenborghkanaal mündet.
Wir beabsichtigen, dem Van Starkenborghkanaal in Richtung süd-osten zu folgen und dann durch die Oude Windschoterdiep ins Zentrum von Groningen zu fahren, um dort zu übernachten. Unterwegs kommen wir an der Gerrit Krollbrug vorbei, die am 15. Mai 2021 von einem deutschen Frachtschiff in voller Fahrt angefahren und schwer beschädigt worden ist. Intakt sind nur noch die beiden Radfahrer-Brücken. Die defekte Strassenbrücke wurde noch vollständig aufgemurkst und steht deshalb offen. Wir können deshalb einfach durchfahren ohne auf die Öffnung zu warten.
Hier war einmal die Gerrit Krollbrug
Hier war einmal die Gerrit Krollbrug
Hier war einmal die Gerrit Krollbrug
Hier war einmal die Gerrit Krollbrug
Als wir zur riesigen Oosterslus kommen, steht ein Frachtschiff vor uns, das schon auf die Durchfahrt wartet. In der Schleuse steht ein anderes Frachtschiff, das uns entgegenkommen. Hinter uns kommt wieder ein Frachtschiff und wir fühlen uns eingeklemmt zwischen den Riesentöndern etwas fehl am Platz. Dann realisieren wir noch, dass die Hebebrücken in der Oude Windschoterdiep (Zufahrt zum Zentrum von Groningen) demnächst eine lange Nachmittagspause machen werden. Die sehr industrielle Gegend ohne Parkmöglichkeit ist auch nicht besonders einladend. All dies veranlasst uns, Groningen für heute aufzugeben und umzukehren.
Wir erinnern uns an ein schönes Restaurant mit angegliedertem Hafen in Garnwerd am Reitdiep und fahren nun bis dort zurück, um im Restaurant Garnwerd aan Zee zu essen und auch sonst einen herrlichen Abend zu verbringen.
Restaurant Gardwerd aan Zee
In Gardwerd
Unser Liegeplatz für diese Nacht in Garnwerd
Die Strecke bis zum Van Sterkenborghkanaal ist uns von gestern noch bekannt. Aber anstatt diesem wieder zu folgen, fahren wir diesmal geradeaus und bleiben auf dem Reitdiep bis ins Zentrum von Groningen. Unmittelbar nach dem Überqueren des Van Sterkenborghkanaal durchqueren wir Dorkwerdersluis, in der wir ca. 1.20 m angehoben werden. Da wir uns bis jetzt immer noch auf dem Niveau des Lauwersmeer befunden haben, dürfte wir demnach jetzt auf etwa 30 cm über dem mittleren Meersespiegel sein. Zwischen dem Van Sterkenborghkanaal und dem Jachthaven Oosterhaven dürfen wir 17 Brücken passieren. Davon ist nur eine hoch genug und die anderen 16 müssen für uns geöffnet werden. Die Durchfahrt durch die Stadt ist spannend und es gibt immer etwas Interessantes zu sehen.
Dorkwerdersluis
Zernikebrug
Plataanbrug, die einzige, die für uns nicht geöffnet werden muss
Spoorbrug
Spoorbrug in geöffnetem Zustand
Spoorbrug, im Moment unterbrochene Bahnlinie
Boote am Reitdiep
Hausboot am Reitdiep
Bitte um etwas Geduld, wir fahren ja schon
Groningen Station
Rundfahrtboote
Blick von unserem Liegeplatz
Groningen, Frau Hafenmeister mit Haaren auf den Zähnen
Quittungsbeleg für die Übernachtung
Unser Liegeplatz für diese Nacht in Groningen Oosterhaven
Heute fahren wir bis zum Van Sterkenborghkanaal den gleichen Weg zurück, über den wir gestern nach Groningen gekommen sind. Also geht es damit wieder durch die Dorkwerdersluis und damit wieder 1.20 m nach unten. Im Van Sterkenborghkanaal müssen wir durch die Gaarkeukensluis. Diese ist sehr gross und fasst neben mindestens einem grossen Frachtkahn noch einige Sportboote. Der Niveau-Unterschied ist klein (ca. 20-30 cm aufwärts). Danach sind wir wieder im Friese Boezem (52 cm unter NAP).
In Gerkesklooster machen wir kurz halt, um den Rest der heutigen Route zu besprechen. Wir beschliessen mit relativ grosser Mehrheit, noch bis Burgum weiterzufahren, um dort das Nachtessen in einem Restaurant einzunehmen und im Jachthafen Burgum zu übernachten. Da Restaurant De Pleats, das uns von der hübschen Hafenmeisterin empfohlen wurde, ist sehr ausgezeichnet. Da es jetzt endlich warm genug ist, können wir auch zum ersten Mal (nach Utrecht) draussen essen.
Rückfahrt durch das Reitdiep
Dorkwerdersluis
Dorkwerdersluis
Dorkwerdersluis vom Van Sterkenborghkanaal
Fiveltrans
In der Gaarkeukensluis
In der Gaarkeukensluis
Gaarkeukensluis, Schleusenwärterhaus
Übewrholmanöver
Apéro
Virgo
Spoorbrug Zuidhorn
Zwischenhalt in Gerkesklooster
Burgumer Maar
Nachtessen im De Pleats in Burgum
Unser Liegeplatz für diese Nacht im Jachthaven Burgum
Heute ist der letzte volle Tag unserer Bootstour. Morgen früh müssen wir das Boot abgeben. Deshalb müssen wir heute abend wieder im Hafen von Yachtcharter Leeuwarden sein. Um direkt zurück zu fahren, sind wir aber zu früh dran. Wir beschliessen, durch den Natinalpark De Alde Feanen zu fahren, um anschliessend via Grou und Terherne aufs Sneeker Meer zu gelangen. Auf dem Sneeker Meer herrscht Hochbetrieb. An einem Tag wie heute (Sonntag, schönes Wetter, warm, mittelstarker Wind) war das auch zu erwarten. Zurück geht's wieder via Grou und dann durch die Staande Mastroute über Wergea wieder Leeuwarden. Bereits um ca. 17:00 sind wir wieder im Jachthaven Fritz.
Auf dem Burgumer Mar
Am Prinses Margrietkanaal
Jachthafen, Café und Fähre Schalkediep bei der Abzweigung in den Van Harinxmakanaal
Auf dem Prinses Margrietkanaal
Fährboot (Verlängerung des Veloweges) über den Prinses Margrietkanaal
Im De Alde Feanen
Im De Alde Feanen
Fähre Grou
Grou
Insel bei Grou
Insel im Sneekermeer
Auf dem Sneekermeer
Wir sind zur Bootsabgabe früh bereit. Fritz auch. So geht es speditiv und ohne Probleme. Kurz nach 9 Uhr sind wir bereits an der Busstation Witte Mar und um 09:45 in Leeuwarden beim Bahnhof, wo wir sofort im Café Wouters verschwinden.
Nach einigen Tassen Kaffee (verkehrt und richtig), reisen wir mit dem Zug nach Düsseldorf, wobei wir in Zwolle, Nijmegen und Venlo umsteigen müssen. Bevor wir im Motel One übernachten, können wir noch das Nachtessen beim Da Bruno und den Sieg der Schweiz über den Weltmeister Frankreich geniessen.
Die Rückreise im EC 7 führt erst über Köln und dann durch die wunderbare Mittelrhein-Route über Koblenz nach Mainz und von dort auf der eher langweiligen Strecke via Mannheim - Karlsruhe - Freiburg nach Basel. Abgesehen von einer gut 2-stündigen Verspätung ist die Reise sehr angenehm. Wir vier haben auf der ganzen Strecke einen sehr komfortablen, fast leeren SBB Erstklasswagen zur Verfügung.
Hiermit ist (leider) auch diese Bootstour zu Ende. Sie war einfach super, für mich eine der schönsten bisher.
© 2009-2021 Röbi Sturzenegger