Dienstag, 07.08.2018 - Hinreise
Mittwoch, 08.08.2018 - Sneek - IJlst - Bolsward - Makkum
Donnerstag, 09.08.2018 - Makkum - Bolsward - Wommels
Freitag, 10.08.2018 - Wommels - Easterlittens - Franeker - Harlingen
Samstag, 11.08.2018 - Harlingen - Franeker - Berlikum - Oude Leije
Sonntag, 12.08.2018 - Oude Leije - Bertlehiem - Aldtsjerk - Leeuwarden
Monntag, 13.08.2018 - Leeuwarden - Princenhof - Grou - Sneek
Dienstag, 14.08.2018 - Sneek - Selbstbedienungsbrücke - Sneek und Bahnreise bis Utrecht
Weil es mir im Juni in Friesland so gut gefallen hat, habe ich gleich nochmals eine Woche Bootsferien dort gebucht. Diesmal miete ich das Boot bei einem anderen Anbieter. Ich war zwar mit Centerpoint Charters in Ternherne sehr zufrieden, aber diesmal möchte ich noch Yachtcharter Sneek kennenlernen, weil dort Boote zur Verfügung stehen, die sich für künftige Touren mit Kollegen besser eignen könnten.
Heute fahre ich mit der Bahn über Aarau - Basel - Köln - Utrecht - Heerenveen und dann mit dem Bus noch nach Sneek. Die ICE haben wie gewohnt Verspätungen von bis zu 20 Minuten. Das kratzt mich aber nicht, da ich zum Umsteigen in Köln genügend Zeit eingeplant habe. In Utrecht erreiche ich den geplanten Zug nach Heerenveen gerade noch. Ansonsten wäre es auch nicht schlimm, da hier die Züge im Halbstundentakt verkehren.
Um ca. 18:00 bin ich an der Basis von Yachtcharter Sneek und werde dort freundlich empfangen. Mein Boot ist noch nicht bereit. Das war aber zu erwarten, weil es erst ab 19:00 versprochen wurde. Ich nutze die Zeit, um die nötigsten Lebensmittel bis zum morgigen Grosseinkauf zu besorgen. Das von Yachtcharter Sneek gemietete Klapprad ist eine Katastrophe und es grenzt an ein Wunder, dass ich damit überhaupt zum Lidl, dem einzigen Supermarkt in der näheren Umgebung und wieder zurück komme. An der Basis verlange ich ein anderes Velo. Das ist aber auch nicht viel besser.
Mein Boot ist eine Duetvlet 880 und heisst Lobke. Es ist das kleinste und damit auch das preisgünstigste Boot dieses Anbieters. Wenn man - wie ich - allein mit dem Boot unterwegs ist, ist die Bootsmiete die mit Abstand grösste Komponente der Kosten. Es bleibt mir also gar nichts anderes übrig, als hier etwas zu sparen.
Duetvlet 880 Lobke
Im Bereich des Steuerstandes ist es ein Cabriolet. Der Prospekt nennt das "halboffene Pflicht". Die Schlafkabine erreicht man vom Steuerstand durch eine Luke über zwei Tritte nach unten und den Salon über drei hohe und schmale Tritte nach unten. Etwa jedes zweite Mal schlage ich den Kopf an einer Ecke oder einer scharfen Kante an, wenn ich in die Schlafkabine oder in den Salon hinuntersteige. Tendenz aber abnehmend und ich hoffe, bis am Ende der Ferien ist es nur noch jedes dritte Mal.
Steuerstand mit Luke in den Salon
Der Salon ist bei mir vor allem Informatikzentrum und Esszimmer. Schade, dass man beim Sitzen am Tisch durch die Fenster nur den Himmel sieht.
Luke aus dem Steuerstand in die Schlafkabine
Die Schlafkabine ist niedrig. Die Höhe ab Boden bis zur Decke misst etwa 130 cm und Oberkante Matratze bis zur Decke beträgt etwa 70 cm. Man kann also weder stehen noch vernünftig sitzen. Aber schliesslich ist die Schlafkabine ja zum Schlafen da. Sich umziehen geht da schlecht. Am besten macht man das im Steuerstand.
In der Schlafkabine. Der Rettungsring hat den Zweck, das Fenster zu stützen, damit es nicht zufällt.
Die Küche befindet sich im Salon. Sie ist sehr spartanisch gehalten. Interessanterweise ist der Kühlschrank, der die Grösse eines besseren Handschuhfaches hat, im Steuerstand. Das hat zwei Vorteile: Erstens verschafft das Bewegung, weil der Durchgang durch die schmale Luke über die drei steilen und schmalen Treppenstufen eine gymnastische Herausforderung darstellt und zweitens lernt man vorausplanen und holt, bzw. versorgt alles was man braucht oder eben nicht mehr braucht in einem Gang.
Küche im Salon
Küchlschrank im Steuerstand. Um den Inhalt zu überprüfen, legt man sich auf den Bauch oder macht wie hier eine Photo und analysiert sie dann auf dem Compi.
Beim Einsteigen ins und beim Aussteigen aus dem Boot hat man auf beiden Seiten bequeme Tritte zur Verfügung, damit man nicht klettern muss.
Ein- und Ausstiegstritt
Man hat vielleicht gemerkt, dass ich bei der Beurteilung dieses Bootes gewisse Vorbehalte habe. Es ist in der Tat nicht auf Bequemlichkeit und Komfort optimiert. Wenn man wie ich schon im gehobenen Juniorenalter ist, hat man diesbezüglich gewisse Ansprüche.
Zum Fahren schneidet die Lobke aber deutlich besser ab. Der Antrieb ist kräftig und macht einen zuverlässigen Eindruck. Das Schiff lässt sich gut steuern und der Lärmpegel ist moderat. Es hat - wie es in Holland für solche und grössere Boote scheinbar Standard ist - ein Bugstrahlruder. Bei häufig starkem Wind und zum Teil sehr engen Passagen möchte ich auch nicht darauf verzichten. Zum Fahren sitzt man entweder auf einem hohen Sessel (wie auf einem Barhocker) oder man steht.
Meine heutige Etappe führt mitten durch die Stadt Sneek. Nach einem weiteren Einkauf geht's durch IJlst und dann über Bolsward nach Makkum, wo ich im Hafen übernachte.
Mitten in Sneek wartet die Lobke während des Einkaufens auf mich
Heute waren es sicher etwa 12 Hebebrücken, die zur Durchfahrt gehoben werden mussten. An keiner davon musste ich eine Brücken-Gebühr bezahlen.
Entenhaus in Makkum
In Makkum
In Makkum
In Makkum
Makkum liegt am IJsselmeer. Zwischen dem Kanal und diesem hat es eine Schleuse, weil das IJsselmeer etwa 30 cm höher liegt als die Gewässer, auf denen ich mich diese Woche bewege. Trotzdem liegt das IJsselmeer immer noch etwa 20 cm unter dem mittleren Meeresspiegel. Ich fahre also rund 50 cm unter dem Meeresspiegel. Ins IJsselmeer darf ich nicht, weil mein Boot weder im IJsselmeer noch im Wattenmeer und schon gar nicht auf der Nordsee zugelassen ist. Ich muss also morgen wieder umkehren.
Ich übernachte im Passantenhafen von Makkum. Leider hat es hier keinen Stromanschluss. Daher finde ich die Hafengebühr von EUR 13.50 recht teuer.
Der Start ist beim mit 0 bezeichneten und das Ziel beim mit 1 bezeichneten grünen Kreis.
Die gefahrene Route ist mit grünen Punkten markiert.
Wie schon erwähnt, muss ich in Makkum umkehren, weil ich nicht auf's IJsselmeer darf und weil es von Makkum aus keine anderen Kanäle hat mit ausreichender Durchfahrtshöhe für mein Boot. Das heisst nicht, dass mein Boot besonders hoch wäre, im Gegenteil: Es ist eines, das bezüglich Höhe fast überall durchkommt, aber eben nur fast. Ich fahre also von Makkum bis Bolsward wieder den gleichen Weg zurück. Dann verlasse ich die Route von gestern und folge dem Kanal Richtung Nord-Osten bis nach Wommels.
Windmühle bei Burgwerd
Auf diesem Kanal hat es viele feste Brücken (solche die nicht angehoben werden können). Die maximale Durchfahrtshöhe ist bei den meisten 2.50 m. Da mein Boot eine solche von 2.30 m hat, passt es (wenn auch nur knapp). Auf diesem Kanal bin ich fast allein. Es ist ruhig, gemütlich und sehr friedlich.
Brücke Krommesyl vor Wommels
Brücke Suedhoeksterhout vor Wommels
Eingangs Wommels
Eingangs Wommels
Eingangs Wommels
Wommels Passantenhafen
Ich verbringe die Nacht in Wommels. Dieser Ort ist ideal zum Übernachten: Es hat einen ruhigen Passantenhafen mit Stromanschluss und einen guten Supermarkt in 5 Minuten Fussdistanz zum Einkaufen. Hafengebühr (mit Strom) EUR 13.50.
Für diese Nacht sind in dieser Gegend heftige Gewitter vorausgesagt. Andere Böötler unterwegs haben mir geraten, in einem Hafen zu übernachten. In der Tat blitz und donnert es mit kräftigem Wind und Regen wie aus Kübeln während etwa der halben Nacht. Der Cabriolet-Teil meines Bootes hält nicht ganz dicht und somit wird es ziemlich feucht im Boot.
Der Start ist beim mit 1 bezeichneten und das Ziel beim mit 2 bezeichneten grünen Kreis.
Die gefahrene Route ist mit grünen Punkten markiert.
Es hat diese Nacht heftig geregnet und es ist nicht mehr alles trocken im Boot. Es kommt mir etwas vor wie früher beim Campieren.
Zuerst fahre ich auf dem Boalserter Feart bis Easterlittens und dann auf dem Frjendsjerter Feart bis in den Van Harinxmakanal und dann auf diesem über Franeker nach Harlingen.
Kurz vor Easterlittens
Arriva-Trein RB 37227 (Stadler GTW diesel-elektrisch) von Leeuwarden nach Harlingen Haven auf der Sporbrug über den Frjendsjerter Feart
Eingangs Franeker
In Franeker
Auf dem Van Harinxma Kanal
Der Van Harinxma Kanal ist wieder ein grosser, ähnlich dem Prinses Margriet Kanal. Es verkehren hier grosse Frachtschiffe, aber der Verkehr ist nicht so stark wie auf dem Prinses Margriet Kanal.
Harlingen, Schleuse zwischen dem Van Harinxmakanal und dem Wattenmeer mit Hebebrücke
Harlingen, Blick auf's Wattenmeer
Harlingen Haven, Arriva-Trein RB 37256 (Stadler GTW diesel-elektrisch) nach Leeuwarden (Abfahrt 14:49)
Harlingen, Passantenhafen
Ich parkiere im Hafen von Harlingen für die kommende Nacht. Wenn man bis etwa Mitte Nachmittag ankommt, hat es noch ausreichend Platz. Später wird es schwierig, denn es herrscht ja Hochsaison. Hafengebühr (mit Strom) EUR 13.00.
Der Start ist beim mit 2 bezeichneten und das Ziel ...
... beim mit 3 bezeichneten grünen Kreis.
Die gefahrene Route ist mit grünen Punkten markiert.
Auch hier in Harlingen kann ich nicht weiter Richtung Westen fahren. Ich würde auf's Wattenmeer gelangen und das darf ich nicht. Es gäbe von Harlingen noch eine Route Richtung Süden, die für mein Boot geeignet wäre, aber ich ziehe es vor noch etwas weiter Richtung Nord-Osten vorzustossen.
Ich kehre also in Harlingen um und fahre bis nach Franeker den gleichen Weg über den Van Harinxma Kanal zurück.
Eingangs Franeker am Van Harinxma Kanal
Der Hafenmeister in Franeker bei der Mittagsruhe
In Franeker weiche ich von der gestrigen Route ab und fahre die sogenannte Kleiroute über Berlikum und Wier nach Oude Leije. Das ist wiederum eine Route mit einer Durchfahrtshöhe von 2.50 m, also habe ich noch 20 cm Reserve nach oben.
Spezialboot für das Befahren von Kanälen mit sehr geringer Durchfahrtshöhe
In Wier begegne ich der ersten Schleuse auf dieser Bootstour. Ich werde um 35 cm abgesenkt und bin damit noch weiter unter dem Meeresspiegel. Nur ca. 10 km weiter, Eingangs Oude Leije, kommt die zweite, bei der ich die 35 cm wieder angehoben werde.
Die erste Schleuse (0.35 m abwärts) in Wier
Am Súdhoekster Faart
Am Súdhoekster Faart
Oude Leije, Passantenhafen
Ich will die Nacht im Passantenhafen von Oude Leije verbringen. Es hat Stromanschluss, genügend Platz und ist ruhig. Dafür habe ich EUR 5.00 (inkl. Strom) zu bezahlen.
Der Start ist beim mit 3 bezeichneten und das Ziel beim mit 4 bezeichneten grünen Kreis.
Die gefahrene Route ist mit grünen Punkten markiert. S1 bezeichnet die erste und S2 die zweite Schleuse.
In Bartlehiem an der Kanalkreuzung
In Aldtsjerk begene ich wieder einmal einer Selbstbedienungsbrücke. Im Gegensatz zu der auf der letzten Bootstour im Juni 2018, die ich nicht öffnen konnte, ist es diesmal recht einfach. Die Brücke ist ja auch halbautomatisch und mit Verriegelungen hat man hier nichts zu tun.
Trotzdem, wenn man allein auf dem Boot ist, ist die Passage einer Selbstbedienungs- brücke eine Herausforderung:
Normalfall (mit Besatzung): Kapitän fährt an den Steg, Matrose hüpft an Land und bedient die Brücke bis sie offen ist, Kapitän fährt durch, Matrose bedient die Brücke bis sie geschlossen ist und hüpft an Bord, Kapitän fährt weiter.
Ein-Mann-Besatzung: Kapitän legt an, Kapitän macht fest, Kapitän steigt aus, Kapitän bedient Brücke bis sie offen ist, Kapitän steigt ein, Kapitän macht los, Kapitän fährt durch, Kapitän legt an, Kapitän macht fest, Kapitän steigt aus, Kapitän bedient Brücke bis sie wieder geschlossen ist, Kapitän steigt ein, Kapitän macht los, Kapitän fährt weiter.
Wenn Leute vor den geschlossenen Barrieren warten müssen, bis man die Brücke passiert und dann auch wieder geschlossen und die Barrieren geöffnet hat, kann man schon etwas nervös werden. Und wenn man nervös ist, kann leicht etwas Schlimmes passieren, z.B. beim Festmachen auf dem nassen Steg ausrutschen und ins Wasser fallen, bevor das Schiff angebunden ist. Da ich das weiss, lasse ich mich nicht zum Jufle verleiten und verrichte ruhig, aber speditiv Schritt um Schritt. Zum Glück (wohl weil's Sonntagmorgen ist) muss niemand warten und es reicht sogar noch, ein paar Bilder zu schiessen.
Es hat alles funktioniert bis auf die "Teruggave €2 munt". Der €2 munt ist am Schluss deutlich hörbar in ein Kässeli gefallen.
Bedienungspanel der Selbstbedienungsbrücke in Aldtsjerk
Selbstbedienungsbrücke in Aldtsjerk (noch geschlossen)
Selbstbedienungsbrücke in Aldtsjerk (offen)
Aldtsjerk, Biercafé am Kanal bei der Selbstbedienungsbrücke. Leider noch geschlossen.
Die drehbare Eisenbahnbrücke in Leeuwarden wird fernbedient. Vor Ort ist niemand. Deshalb muss ich eine Telefon-Nummer anrufen, die bei der Brücke angeschrieben ist. Die Brückenwärterin teilt mir mit, dass ich noch 10 Minuten warten müsse, bevor sie die Brücke öffnen könne. Das ist natürlich kein Problem für mich, denn ich sehe ja gern Züge. Nach 3 Minuten kommt der erste Zug, nach weiteren 7 Minuten der zweite, dann öffnet die Brücke. Scheinbar hat hier die Bahn auch Priorität vor einem VIP-Böötler.
Sporbrug in Leeuwarden. Warum muss eigentlich ich warten und nicht der Zug? Bei dem könnte man doch auch die Signale auf rot schalten.
Sporbrug in Leeuwarden. Der drehbare Brückenteil wird erst etwa 50 cm angehoben, bevor er gedreht wird.
Leeuwarden, östlicher Passantenhafen.
Ich bleibe für diese Nacht im östlichen Passantenhafen von Leeuwarden. Strom und Wasser ist vorhanden und in der Nähe kenne ich schon vom letzten Mal einen guten Supermarkt, der auch am Sonntag geöffnet hat. Die Übernachtungsgebühr beträgt EUR 12.00.
Der Start ist beim mit 4 bezeichneten und das Ziel beim mit 5 (sieht aus wie ein S) bezeichneten grünen Kreis.
Die gefahrene Route ist mit grünen Punkten markiert.
Die Zeit fliegt nur so dahin und morgen ist auch schon wieder der letzte Tag dieser Tour. Ich will heute bis in die Gegend von Sneek fahren, damit ich morgen bereits in der Nähe bin, sollte sich am letzten Tag noch etwas Unvorhergesehenes (z.B. eine Panne) ereignen.
Im Van Harinxma Kanal wird Schlamm ausgebaggert, damit der Kanal auch die vorgegebene Tiefe behält
Schon bald münde ich auf den Princes Margriet Kanal. Das ist ein grosser, breiter tiefer Kanal, der Friesland diagonal (süd-westen nach nord-osten) durchquert. Es herrscht hier immer sehr starker Verkehr von Freizeit-Böötlern und Frachtschiffen. Sehr oft sieht man Schiffe vom Typ "Grosses Rheinschiff" mit einer Länge von bis zu 110 m, einer Breite von 11.4 m und einem Tiefgang von bis zu 3.5 m. Es hat auch viele Segelschiffe. Diese dürfen hier aber nicht segeln, sondern nur mit Motor fahren. Ich folge dem Prinses Margriet Kanal bis ans Sneeker Meer und fahre dann den Rest auf Seen und kleineren Kanälen.
Auf dem Prinses Margriet Kanal
Auf dem Prinses Margriet Kanal
Auf dem Prinses Margriet Kanal
Die Eisenbahnbrücke südlich von Grou über den Prinses Margriet Kanal hat mich schon auf der Bootstour im Juni 2018 fasziniert. Sie befindet sich auf der Doppelspur-Hauptlinie von Utrecht nach Leeuwarden, der Hauptstadt Frieslands, und sie überquert den Prinses Margriet Kanal, den verkehrsträchtigsten Kanal Frieslands. Also hier geht ziemlich die Post ab.
Ich warte verbotenerweise etwa eine Stunde im Warteraum für die Schiffe um den Betrieb zu beobachten (ich muss ja nicht auf die Brückenöffnung warten, also darf ich eigentlich den Warteraum nicht benützen). Die meisten Frachtschiffe passieren die Brücke in geschlossenem Zustand, weil sie gerade noch niedrig genug sind. Mit der Zeit stauen sich aber viele Segelschiffe mit hohen Masten von beiden Seiten. Es wird dann eine grössere Lücke von Zug-Durchfahrten abgewartet und dann wird die Brücke geöffnet. Es fahren dann ca. 10 bis 20 Segelschiffe durch. Die Brücke wird wieder geschlossen und nach wenigen Minuten kommt schon wieder ein Zug.
Der drehbare Brückenteil hat keine Fahrleitung. Bei den folgenden Bildern und beim Video sieht man, wie die Pantographen die Fahrleitung verlassen, die Brücke freistehend überqueren und dann wieder unter dem Fahrdraht einfädeln (Bilder und Video vergössern).
Sporbrug südlich von Grou in offenem Zustand
Sporbrug südlich von Grou mit darüberfahrendem Zug
Sporbrug südlich von Grou mit darüberfahrendem Zug. Das Video schaut man sich am besten als Vollbild an, dann sieht man die frei stehenden Pantographen gut.
Das folgende Bild zeigt nicht etwa eine Stelle, wo Autos im Kanal entsorgt werden. Es handelt sich um eine Stelle, wo Frachtschiffe ihr mitgeführtes Auto per Kran abladen können.
Auto Auf- und Abladestation
Da ich heute abend in der Gegend von Sneek bin, übernachte ich im Heimathafen des Bootes, also an der Basis von Yachtcharter Sneek. Hier muss ich wenigstens keine Hafengebühr bezahlen. Ich kann ja morgen trotzdem noch einen kleinen Ausflug per Boot machen.
Der Start ist beim mit 5 bezeichneten und das Ziel ...
... beim mit 6 bezeichneten grünen Kreis.
Die gefahrene Route ist mit grünen Punkten markiert.
Heute muss ich das Boot abgeben. Gemäss Vertrag muss das bis spätestens 16:00 erfolgt sein. Da ich heute noch mit der Bahn bis nach Utrecht fahren und in Utrecht noch ausreichend Zeit zur Verfügung haben möchte, beschliesse ich das Boot schon um die Mittagszeit abzugeben.
Vorher reicht es aber noch zu einem Ausflug mit dem Boot zur Selbstbedienungsbrücke, die ich im Juni vergeblich zu öffnen versuchte. Dazu fahre ich um 07:30 ab. Für die Fahrt hin und zurück brauche ich etwa zwei Stunden.
Ich bin bei der Brücke und habe festgemacht. Bei den beiden Barrieren sehe ich aber keinen Verriegelungsmechanismus, den ich zu finden erwartet habe. Es hat bei jeder Barriere nur ein Pedal, das die jeweilige Barriere entriegelt, sodass man sie aus der vertikalen Stellung bewegen kann. Dieses Pedal muss ich letztes Mal betätigt haben, ohne es wirklich zu beachten. Also die Barrieren sind jetzt geschlossen und ich drücke auf die Taste "OP" und siehe da, die Brücke öffnet sich von selber.
Die zweite Zeile des Punktes 1 der Bedienungsanleitung, die ich letztes Mal nicht verstanden hatte, verweist also auf einen Entriegelungs-Mechanismus um die Barriere zu senken und nicht auf einen Verriegelungs-Mechanismus für die Brücken-Öffnung.
Die Brücke hat also nebst dem mechanischen Kurbelrad auch noch einen elektrischen Antrieb. Das Kurbelrad schein man nur zu Wartungszwecken oder gar nicht mehr zu brauchen. Warum die Brücke beim letzten Mal nach dem Betätigen der Taste "OP" nicht öffnete, weiss ich nicht und werde es wahrschinlich auch nie herausfinden.
Selbstbedienungsbrücke geöffnet
Zurück an der Basis fülle ich beim Schiff noch Wasser auf und packe Koffer und Tasche. Putzen muss ich das Boot nicht. Die Endreinigung habe ich zusammen mit der Bootsmiete bezahlt. Der Leiter der Basis füllt den Diesel-Tank wieder auf (52 Liter), sodass der Treibstoff abgerechnet werden kann.
Gemäss Betriebsstunden-Zähler ist der Motor genau 30 Stunden gelaufen. Bei einem Liter-Preis von EUR 1.51 kostet mich das EUR 78.50. Das Boot hat sich hiermit als äusserst sparsam herausgestellt (1.73 Liter pro Stunde).
Der administrative Kram ist schnell erledigt und das Boot ist um 12:00 abgegeben. Ich mache noch zwei Reservationen für ein grösseres Boot (Simmer Twirre) für nächstes Jahr mit Kollgegen, dann lasse ich mir ein Taxi bestellen und fahre damit an den Bahnhof Sneek.
Utrecht, Bahnhof Utrecht Centraal mit Shopping Mall
Zweieinhalb Stunden später bin ich in Utrecht. Ausser zum Umsteigen war ich vorher noch nie in dieser Stadt. Für heute habe ich eine Hotelübernachtung eingeplant, bevor ich morgen den Rest der Rückreise in Angriff nehme.
Nach nur wenigen Minuten bummeln in dieser Stadt hat es mich bereits gepackt: Utrecht gefällt mir. Ich geniesse einen herrlichen Abend und ein gemütliches Nachtessen an der Oude Gracht.
Fietsen, Fietsen, Fietsen, ... (Fietsen = Velos)
An der Oude Gracht in Utrecht
An der Oude Gracht in Utrecht
An der Oude Gracht in Utrecht
An der Oude Gracht in Utrecht
Fietsen, Fietsen, Fietsen, ... (Fietsen = Velos)
© 2009-2019 Röbi Sturzenegger