03.04.2017 - Mit dem Zug nach Orléans
05.04.2017 - Briare - La Charité-sur-Loire
06.04.2017 - La Charité-sur-Loire - Decize
09.04.2017 - Ruhetag Chagny - Lyon - Chagny
12.04.2017 - Besançon - Montbèliard
13.04.2017 - Montbèliard - Basel
Im TGV von Basel nach Paris habe ich das ganze Velo-Abteil für mich und mein Velo alleine. Das kommt selten vor, denn meist ist dieses Abteil gut besetzt.
TGV Lyria Basel SBB - Paris Gare de Lyon
In Paris habe ich rund vier Stunden Aufenthalt bis zur Abfahrt des Zuges nach Orléans. Ich fahre gemütlich der Seine entlang.
Kathedrale Notre-Dame de Paris auf der Seine-Insel Île de la Cité
Flyer TS-Serie mit 36-Volt Bosch-Antrieb, Scheibenbremsen und Ortlieb-Taschen
Bis zur Weiterfahrt vom Gare d'Austerlitz nach Orléans esse ich noch gemütlich zu Mittag in einem Strassen-Bistro am Boulevard du Montparnasse.
Am Gare d'Austerlitz ist das Bahnhof-Personal mit Segways ausgerüstet. Sie fahren damit genüsslich in der Bahnhofshalle und auf den Perrons herum.
Die Fahrt von Paris nach Orléans in einem Interregio ist gemütlich aber nicht besonders interessant oder schön. Bei der Einfahrt von Orléans werden wir durch die Lautsprecher-Anlage im Zug über eine Bombendrohung im Gare d'Orléans informiert. Wir werden angewiesen, durch den Zug zum vordersten Wagen zu gehen (Gare d'Orléans ist ein Kopfbahnhof) und erst dort auszusteigen. Ich sitze im hintersten Wagen und mit meinem Velo und dem sperrigen Gepäck durch den ganzen Zug zu gehen wäre eine Horror-Vorstellung. Tatsächlich sieht man auf dem Perron ca. zwei Dutzend Polizisten, die kontrollieren, dass niemand weiter hinten als aus dem vordersten Wagen aussteigt. Als ich einem Polizisten mein Problem mit dem Velo und dem ganzen Gepäck schildere, zeigt er sich aber vernünftig und macht bei mir eine Ausnahme. Voller Respekt stosse ich mein Velo an den Bomben und Polizisten vorbei auf dem Perron bis zur Bahnhofshalle.
Bis zum Hotel Jackotel ist es etwas mehr als 1 km. Dank Google Maps ist es leicht zu finden. Nach dem Einchecken führt mich ein Spaziergang entlang der Loire zum Stadtzentrum bei der Kathedrale Sainte-Croix.
Promenade an der Loire
Kathedrale Sainte-Croix
Beim Nachtessen im Le Lutetia (unmittelbar vor der Kathedrale) kann ich das Tram beobachten. Für die Trams gibt es auf den Strecken-Teilen in der Innenstadt keine Oberleitung (unverständlicherweise gilt eine Oberleitung hier scheinbar als unschön). Die Citadis 302-Trams werden hier per Mittelleiter gespiesen.
Citadis 302-Tram mit Mittelleiter statt Oberleitung in der Innenstadt
Mittelleiter beim Orléans Tram
Damit die 750 Volt DC nicht gefährlich werden, sind die Mittelleiter in kurze, gegenseitig isolierte Sektionen unterteilt. Nur die Sektionen, die sich jeweils vollständig unter dem Tram befinden, werden scharf-geschaltet. Die Sektionen, die nicht ganz vom Tram verdeckt sind, werden abgeschaltet und aus Sicherheitsgründen geerdet. Man nennt das Sytem APS (Alimentation Par Sol).
Die erste Velo-Etappe führt mich von Orléans meist entlang der Loire über Châteauneuf-sur-Loire, Sully-sur-Loire, Gien bis nach Briare. Die gefahrene Distanz heute beträgt 95 km.
Zwischen Châteauneuf-sur-Loire und Sully-sur-Loire
Gien, Loire
Der schiffbare Canal latéral à la Loire überquert hier die Loire mittels einer 662 Meter langen Kanalbrücke. Diese Kanalbrücke wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und nachher wieder aufgebaut.
Briare Pont de Canal
Einer der beiden Häfen von Briare
Ich übernachte im Hôtel du Cerf in der Nähe des Ortszentrums.
Die zweite Etappe führt über eine Distanz von 72 km von Briare über Bonny-sur-Loire - Neuvy-sur-Loire - Tracy-sur-Loire - Pouilly-sur-Loire nach La Charité-sur-Loire.
Zwischen Briare und Bonny-sur-Loire
Zwischen Bonny-sur-Loire und Neuvy-sur-Loire
Zwischen Bonny-sur-Loire und Neuvy-sur-Loire
Zwischen Tracy-sur-Loire und Pouilly-sur-Loire
Das Hotel für diese Nacht in La Charité-sur-Loire heisst Hôtel du bon Laboureur. Zum Hotel gehört ein einfaches, aber sehr gutes Restaurant. Beides, das Hotel und das Restaurant haben ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und sind sehr zu empfehlen.
Die dritte Etappe startet in La Charité-sur-Loire und führt über Marseilles-lès-Aubigny, Le Guétin, Apremont-sur-Allier, nochmals Le Guétin bis nach Decize. Dies sind 85 km. Das Stück von Le Guétin nach Apremont-sur-Allier und zurück ist ein Abstecher, den ich gemacht habe, um die runde Schleuse in Apremont-sur-Allier zu sehen.
In der Nähe von La Charité-sur-Loire
Ich bin auch ein Schaf
Etwas südlich von Marseilles-lès-Aubigny
Canal latéral à la Loire bei Cuffy
Um die Ecluse des Lorrains bei Apremont-sur-Allier zu sehen, mache ich noch einen kleinen Umweg von ca. 8 km. Diese runde Schleuse ist leider nicht mehr in Betrieb. Sie stellte die Verbindung vom Canal latéral à la Loire zum Fluss Allier her. Linkes (offenes) Schleusentor: Verbindungskanal zum Canal latéral à la Loire. Rechtes (geschlossenes) Schleusentor: Mündet direkt in den Fluss Allier.
Ecluse des Lorrains, runde Schleuse bei Apremont-sur-Allier
Kanalbrücke des Canal latéral à la Loire über den Fluss Allier zwischen Le Guétin und Gimouille
Für die nächste Nacht habe ich nicht nur ein Hotelzimmer, sondern ein ganzes Häuschen (hier Gîte genannt).
Gîte im Port de Decize
Für die vierte Etappe folge ich weiter der Loire, bzw. dem Canal latéral à la Loire über Cronat, Bourbon Lancy, Gilly-sur-Loire nach Digoin. Das ist eine Strecke von 89 km.
Vor Cronat
Zwischen Bourbon-Lancy und Saint-Aubin-sur-Loire
Bei Diou
Bei Coulanges
Kanalbrücke in Digoin
In Digoin endet der Canal latéral à la Loire. Er überquert nochmals die Loire über die Kanalbrücke und heisst dann ab dem anderen Ufer Canal du Centre. Diesem werde ich morgen folgen.
Hôtel des Dilligences et du Commerce, mein Hotel für diese Nacht
Die fünfte Etappe führt von Digoin über Paray-le-Monial, Palinges, Montceau-les-Mines, Montchanin nach Chagny. Dazu sind 97 km zu fahren.
Bei Paray-le-Monial
Etwas vor Montchanin. Wer hat denn dieses Schiff an die Wand gefahren?
Nach einem beschwerlichen Aufstieg auf schwindelerregende 308 MüM habe ich die Wasserscheide erreicht. Der Kanel (links) wird vom Speisesee (rechts) mit Wasser versorgt. Gegen Südwesten fliesst das Wasser in die Loire und dann in den Atlantik und gegen Nordosten in die Saône, später die Rhône und dann ins Mittelmeer.
Am Scheitel des Canal du Centre, links Kanal, rechts Speisesee
Immer noch am Scheitel. Hier gibt es keinen Scheiteltunnel wie bei anderen Wasserscheiden-Kanälen, sondern nur einen kleinen Einschnitt in den Hügelzug.
Am Scheitel des Canal du Centre, Einschnitt in den Hügelzug
"Mein" Hotel in Chagny.
In Chagny gefällt es mir.
- Das Hôtel de la Poste ist super, sehr ruhig und preisgünstig. Hier stimmt einfach alles.
- Es hat einige gute Beizen in Chagny.
- In der Nähe hat es einen Bahnhof an der Linie Dijon - Chalon-sur-Saône.
- Morgen ist Sonntag.
- Auch die Tour-de-France - Fahrer haben gelegentlich einen Ruhetag.
- Die bisherigen Tour-Fortschritte sind nicht schlecht.
- Ich bin etwas übertrainiert.
Das sind genug Gründe, um morgen einen Ruhetag einzuschalten. Hier bleibe ich also zwei Nächte.
Am heutigen Ruhetag fahre ich mit dem Zug nach Lyon. Das Velo lasse ich im Hotel in Chagny.
Was machen die Tour-de-France-Fahrer an ihrem Ruhetag? Richtig: Sie fahren Velo. Einfach etwas weniger weit und etwas weniger hart als sonst. Genau das mache ich heute auch. Dazu besorge ich mir ein Miet-Velo und fahre damit durch die Stadt und entlang der Saône und der Rhône.
Solche Selbstbedienungs-Velo-Vermietungs-Stationen hat es hier in Lyon fast an jeder Ecke. Man muss sich einmal anmelden und bekommt dann einen Username und ein Passwort. Damit kann man spontan an jeder dieser Stationen sekundenschnell ein Velo entriegeln. Damit fährt man durch die Stadt bis man genug hat und rastet das Velo dann wieder an einer beliebigen dieser Stationen an einer Besfestigung-Säule ein. Die Gebühren sind extrem günstig. Die Kosten werden vorwiegend von der Stadt getragen, um dem übermässigen motorisierten Verkehr entgegenzuwirken. Auch die Fahrt durch die Stadt ist mit dem Velo sehr angenehm. Es hat fast überall Velospuren und die Ampeln sind für die Fussgänger und Velos meist auf grün. Wenn eine Ampel dann doch einmal rot ist, gilt der Halt eher als unverbindliche Empfehlung.
Das ist auf der Pont Wilson über der Rhône
Saône, Altstadt, Basilika Notre Dame de Fourvière (auf dem Hügel)
Der Zusammenfluss der Saône mit der Rhône kann am besten vom Wasser aus besichtigt werden. Deshalb mache ich auch noch eine Rundfahrt mit einem Touristen-Boot.
La Confluence - Zusammenfluss der Saône (links) und der Rhône (rechts)
Das neue Musée des Confluences wurde Ende 2014 eröffnet.
Hier (an der Saône) überbieten sich die Architekten mit Gebäuden, die man für einen Bruchteil der Kosten genau so stabil und erst noch zweckmässiger hätte errichten können.
Am späten Nachmittag fahre ich nach einem Croque Monsieur und einem Bier am Bahnhof Lyon-Part-Dieu wieder zurück nach Chagny mit dem Zug.
Die sechste Etappe führt zuerst von Chagny dem Canal du Centre entlang nach Chalon-sur-Saône. Dann folge ich der Saône via Verdun-sur-le-Doubs, Seurre nach Saint-Jean-de-Losne und dann entlang dem Canal du Rhône au Rhin nach Dole. Die heutige Distanz beträgt 121 km.
Kanalbrücken faszinieren mich immer wieder. Hier in Chagny führt der Kanal sogar über die Bahnlinie. Gestern muss ich mit dem Zug unter dieser Kanalbrücke durchgefahren sein, ohne es zu merken.
Kanalbrücke des Canal du Centre über die Bahnlinie
Canal du Centre, zwischen Chagny und Chalon-sur-Saône
An der Saône zwischen Chalon-sur-Saône und Verdun-sur-le Doubs.
An der Saône, Brücke zwischen Gergy und Verjux
In Verdun-sur-le-Doubs gibt es schon wieder eine Confluence. Diesmal ist es der Zusammenfluss von Saône (hinten) und Doubs (vorne). Warum gibt es hier kein Museum?
Zusammenfluss Saône (hinten) und Doubs (vorne)
Verdun-sur-le-Doubs
Saint-Jean-de-Losne an der Saône
Hier in Saint-Symphorien-sur-Saône bei der gezeigten Schleuse mündet der Canal du Rhône au Rhin in die Saône. Der Canal du Rhône au Rhin (zusammen mit dem Doubs) wird mich die nächsten drei Tage begleiten.
An der Saône, Schleuse zum Canal du Rhône au Rhin
In Dole übernachte ich im Hôtel du Voyageur, unmittelbar beim Bahnhof. Dieses Hotel kenne ich schon von früher als einfach, gut und günstig. Das ist es auch diesmal wieder.
Leider gibt es keine Übersichts-Karte über die heutige Etappe, weil ich gestern Abend vergessen habe, das Aufzeichnungs-Gerät aufzuladen.
Dies ist die siebte Velo-Etappe. Dabei fahre ich von Dole entlang des Doubs und des Canal du Rhône au Rhin via Orchamps, Ranchot, Thoraise nach Besançon. Das ist eine kurze, aber sehr schöne Etappe bei einer Strecke von 67 km.
Audelange am Doubs
Ranchot: Beliebter Boots-Anlegeplatz
Bei Ranchot
Süd-Westlich vom Tunnel de Thoraise
Tunnel de Thoraise, Nord-Ost-Seite
Tunnel de Thoraise, Nord-Ost-Seite
Östlich von Thoraise
Besançon, la Citadelle (Festung)
In Besançon übernachte ich im Hôtel Ibis Besançon La City. Auch das kenne ich bereits von früher als sehr gut.
Die achte Velo-Etappe führt von Besançon über Baume-les-Dames und L'Isle-sur-le-Doubs nach Montbèliard. Sie misst 97 km.
Besançon, la Citadelle (Festung), diesmal von der Ostseite
Kurz vor Deluz
Bei Fourbanne
Nach Baume-les-Dames
Kurz vor l'Isle-sur-le-Doubs
Kurz vor l'Isle-sur-le-Doubs
Das Hotel für diese Nacht in Montbéliard heisst Hôtel de la Balance.
Die neunte und letzte Velo-Etappe erstreckt sich von Montbéliard über Dannemarie, Mulhouse und Kembs nach Basel. Die Länge dieser Etappe ist 104 km.
Montbéliard Ost
In Mulhouse führt der Kanal mitten durch die Stadt
Mulhouse Ost
Das ist das östliche Ende des Canal du Rhône au Rhin. Bei dieser Schleuse in Niffer mündet er in den Rhein.
Schleuse von Niffer
Auch der Canal de Huningue ist reizvoll. Leider verkehren hier (ausser Kanus und Ruderboote) keine Schiffe mehr, weil die Schleusen stillgelegt wurden. Dafür hat es hier Strömung wie in einem Fluss.
Canal de Huningue
Nach der Ankunft in Basel ist die Velotour beendet. Nach Hause fahre ich mit dem Zug. Die ganze Velotour von Orléans bis nach Basel erstreckte sich über eine Gesamt-Distanz von 827 km.
© 2009-2018 Röbi Sturzenegger